EIN ANDERER KÖNNTE KOMMEN

Eröffnung: 5. April 2017, 18.00 h
mit einem Sound environment von Armin Pokorn

Ausstellungsdauer: 6.-29. April 2017

Öffnungszeiten: Di-Fr 12.00-18.00 h, Sa 10.00-15.00 h


Bernhard Hauseggers Arbeiten sind unprätentiös in ihrer Anordnung. Seine Bilder lehnen an den Wänden und teilen sich den Raum mit Skulpturen und anderen Objekten.

Die Protagonisten des Bildraums dagegen heben ab,  fliegen, floaten, haben enormen Auftrieb und widerstehen der Schwere. Als „space jumpers“ hält es sie nicht in Bodennähe. Ihr Areal ist der offene Raum. Den Gewinn an Höhe verdanken sie anfallsartiger Lebenslust und unbändiger Energie, die die Skyline des Alltagslebens banal und unbedeutend erscheinen lassen. Dabei ist man versucht, an Ilja Kabakovs Amateur Astronauten zu denken, der sich mit Hilfe eines selbst gebastelten Katapults aus der Enge sowjetischer Wohnverhältnisse in die Erdumlaufbahn zu befördern hoffte.

Als Start- und Abhebehilfe dienen Bernhard Hausegger Jazz- und Rockmusik aus den 70er und 80er Jahren, insbesondere die seines langjährigen Freundes Armin Pokorn. Proben dieser Musik sind im Ausstellungsraum zu hören und fahren den Besuchern idealerweise direkt ins Gravitationszentrum, um dort Turbulenzen zu erzeugen.

Und dann ist da, was man als Ringelspiel Skulptur bezeichnen könnte, ein Charakter von einer Skulptur, stark im Brustteil und geduldig. Ein Mischwesen, zusammengesetzt aus Fundstücken, einem Holzkörper, einer blechernen Dachkappe aus der Steiermark, gefundenen Stühlen etc. Hier geht es auch um simulierte Bewegung, aber nicht um Abheben, sondern um Mitfahren und Aufsitzen lassen, die Ein- und Aussteiger am Straßenrand aufzulesen, Sitzgelegenheit und Abstellflächen zu bieten. In der Anlage ist diese Skulptur sozial und großzügig. Was spricht dagegen, auch andere in die Bewegung hineinzunehmen oder den anderen, sollte er denn kommen, Trittbrettfahrer sein zu lassen?

Die Hasenohr Skulptur musste zuerst ausgeweidet und entkernt werden. So war das damals  gewesen mit den Stofftieren. Nun hat sich das erledigt. Der Hase hat zu neuer Form gefunden, beiläufig und so lala. Als Fragment seines ehemals gepolsterten Selbsts hat er immerhin sein Ohr behalten und ist damit erweiterter Hase geblieben.

Im Übrigen mögen es auch all die anderen Versammelten nicht besonders, wenn man ihnen interpretatorisch auf den Pelz rückt. Von Zudringlichkeiten dieser Art bitte Abstand zu nehmen.

(Monika Schwärzler)


rauminhalt
Schleifmühlgasse 13
1040 Wien
www.rauminhalt.com


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KEINER FÜR SICH
Sabine Dortschy, Bernhard Hausegger

Victoria Bar, Berlin

Bilder der Eröffnung am 29.09.2016


Probehängung (in Kooperation mit Sabine Dortschy):